Der Darm – das unterschätzte Organ

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Dein Darm – ein ganz besonderes Organ

Unser Darm – ein völlig unterbewertetes Organ, das ganz unterschiedliche Funktionen übernimmt: vom Training unseres Immunsystems über die Lieferung unserer Lebensenergie bis hin zur Stressregulation und zur Produktion unserer guten Stimmung. Und er hat, neben dem Gehirn, das größte Nervensystem im Körper. Keine Frage, oder? Er darf gepflegt werden.

Viel mehr als nur Verdauung

Wenn es um den Darm geht, wird in der Wissenschaft heute nur noch selten von einfacher Verdauung gesprochen. Denn das Organ bietet so viel mehr: In seinen über mindestens 5 Metern Länge, die verschlungen in unserem Bauch liegen, leisten verschiedene „Teams“ aus Bakterien, Enzymen und weiteren Verdauungshelfern Fabelhaftes. Und wir merken fast nichts davon. Es ist also kaum verwunderlich, dass die meisten von uns nicht wirklich über ihren Darm nachdenken. Ganz selbstverständlich kommt das Essen verdaut wieder heraus – und irgendwie hat unser Körper die Nahrungsmittel so umgewandelt, dass jede Menge Lebensenergie für uns dabei entsteht.
Wir fangen erst an, die „Sache“ mal etwas genauer zu betrachten, wenn es grummelt, riecht oder gar krampft und schmerzt.

Ein empfindliches Gewohnheitstier

Der Darm kennt unsere Essgewohnheiten. Die Darmnerven wissen, wann wir ungefähr essen, wie viel wir uns bewegen und wie viel Wasser wir trinken. Tag und Nacht werden registriert. Ebenso, wann wir auf die Toilette gehen. Der Darm passt sich daran an – und wenn alles gut funktioniert, aktivieren die Darmnerven unsere Darmmuskeln zum Verdauen.

Dann kommt die Veränderung: Vielleicht verreisen wir mit veränderten Essgewohnheiten und wenig Gelegenheit zum „Loslassen“ oder ändern unseren Tagesablauf aus anderen Gründen. Und schon zeigt sich das Gewohnheitstier irritiert. Die typische Verstopfung auf der Reise, stressbedingte Blähungen oder eine allgemein aus dem Gleichgewicht gekommene Verdauung können die Folge sein. Geschuldet ist das alles dem sensiblen Nervensystem, das sich in unserem Bauch verbirgt.

Nicht nur Schokolade macht glücklich

Apropos sensibel: Neueste medizinische Forschungen können den Zusammenhang zwischen unserem Darm und unserer psychischen Verfassung immer besser darstellen. Lange schon sind uns bestimmte Lebensmittel bekannt, die uns glücklich machen. Schokolade ist hier in aller Munde, aber sehr bekannt ist auch die stimmungsaufhellende Wirkung von Basilikum oder Zimt und Zucker. Dass unser Darm aber 95 Prozent des Serotonins selbst produziert, also jenes Botenstoffes, der im Gehirn dann unser Wohlgefühl und die gute Laune mitbestimmt, das ist noch nicht lange bekannt. Und jetzt auch noch die neue Erkenntnis, dass das Nervensystem des Darms über den Nervus vagus, die Hauptverbindung zum Gehirn, unser Unterbewusstsein sowie Regionen im Gehirn beeinflusst, die für Stressreaktionen bis hin zu Depressionen mitverantwortlich sind. Erste Studien zeigen außerdem, dass die Pflege der Darmflora, also der positiven Mikroorganismen im Darm, Stress reduziert und Ängste mindert.

Also dürfen wir den Genuss von glücklich machender Schokolade unserer Darmflora zuliebe gleich mit gesunder Ernährung ergänzen. Hierzu gibt es auch viele Tipps und Rezepte in unserem livinflow-Programm.

Ein zufriedener Bauch macht Babys glücklich

Beim Säugling arbeiten Gehirn und Darm noch sehr eng zusammen. Im Prinzip wird die Gefühlswelt von Babys komplett von diesen beiden Organen bestimmt. Satt zu sein, macht ein wohliges Gefühl, Hunger lässt sie schnell weinen, und quält ein Blähbäuchlein, dann quengeln sie. Alle kümmern sich um ihr Wohlergehen, sie dürfen Bäuerchen machen und werden durch Füttern und Wickeln bei Laune gehalten. Mit dem Älterwerden schalten sich alle Sinne ein, um die Welt wahrzunehmen. Sie weinen also nicht mehr los, wenn das Essen nicht schmeckt. Aber die Verbindung vom Darm zum Gehirn bleibt bestehen.

Gereizte Stimmung, gereizter Darm?

Stress treffen wir überall an, schließlich leben wir im Zeitalter des Multitaskings und in einer Welt, die immer digitaler wird. Parallel dazu existiert aber auch unsere alltägliche Welt, in der wir essen und trinken, schlafen, Zeit mit unserer Familie verbringen und unsere Freunde treffen. Durch immer höheren Leistungsdruck und größer werdende Herausforderungen entsteht häufig der meiste Stress am Arbeitsplatz. Diese Tatsache, zusammen betrachtet mit dem großen und ausgefeilten Nervensystem unseres Darms, legt einen Zusammenhang zwischen Stress und Psyche und den immer häufiger auftretenden Reizdarm-Diagnosen nahe.

Wissenschaftliche Untersuchungen erforschen, wie wir den Darm vor Überreaktionen auf Stress schützen können. Der umgekehrte Weg ist schon durch mehrere Studien belegt: Je besser wir den Darm mit allem versorgen, was er braucht, desto seltener treten Stress- und Angstreaktionen oder depressive Verstimmungen auf.

Wie Du mit wohltuenden Kräutertees, Superfood und ätherischen Ölen diesen Stresssymptomen vorbeugen kannst und wie Du Dich durch die optimale Versorgung mit Vitalstoffen und durch die Pflege eines gesunden Darms bald fit und stressresistent fühlst, zeigen Dir unsere livinflow-Ernährungstipps.

Auch Übungen zur Achtsamkeit und zur bewussten Atmung sowie die Meditationen in Deinem livinflow-Programm leiten Dich an, Deinem Alltag gelassener begegnen zu können. Hört sich gut an, oder?

Dein Immunsystem – ganz klar darmgesteuert

Zum Abschluss begeben wir uns auf die Zellebene. Fast zwei Drittel Deines Immunsystems werden über den Darm gesteuert. Denn es ist so: Je ausgewogener die Darmflora ist, desto besser kann das Immunsystem trainiert werden.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien nehmen immer mehr zu. Mittlerweile sind „glutenfrei“ und „laktosearm“ fest in viele Produkte und Speisepläne integriert. Und mal wieder steckt der Darm dahinter. Oder besser: seine Besiedelung mit Mikroorganismen. Bakterien, das klingt zunächst nach Krankheit. Doch langsam wächst das Bewusstsein, dass die meisten Bakterien harmlos oder sogar hilfreich sind.

Wusstest Du zum Beispiel, dass in einem Gramm Kot mehr Bakterien zu finden sind als Menschen auf der Erde? Unser Darm beherbergt und versorgt im Durchschnitt zwei Kilogramm Bakterien – rund 100 Billionen in über 1000 verschiedenen Arten – und zusätzlich Pilze und Hefen.

Da ist also richtig was los in diesem Schlauch – und wir merken so gut wie nichts davon.
Unser Immunsystem wird im Darm trainiert. Eine basenreiche, gesunde Ernährung mit vielen frischen Gemüse- und Obstsorten unterstützt den Darm und eine gesunde Darmbesiedelung. Mehr dazu und wie Du Dein Immunsystem auf Trab bringst, erfährst Du während Deines livinflow-Programms. Bald schon wirst Du spüren, wie sich das auf Dein gesamtes Wohlbefinden auswirkt. Ganz nebenbei wird Dein Darm optimal versorgt und schön gepflegt. Und das hat – wie Du jetzt weißt – Auswirkungen auf Deine Lebensenergie, Deine Stressresistenz, Dein Immunsystem und sorgt für gute Laune.

Schlank durch einen gesunden Darm?

Auch das Abnehmen wird über verschiedene Darmfunktionen unterstützt. Dabei spielen die Zusammensetzung der Bakterien sowie Säureverhältnisse eine große Rolle. Eine pflanzenreiche Nahrung schafft übrigens die Grundlage für einen aktivierten Stoffwechsel und unterstützt somit die Gewichtsabnahme. Die wissenschaftliche Forschung hierzu läuft auf Hochtouren. Aber das ist noch mal ein ganz eigenes Kapitel.

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