Emotionales Essen verstehen

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Du hattest einen schweren Tag und freust Dich schon wahnsinnig auf Deinen Lieblingsburger. Du fühlst Dich nicht gut und plötzlich ist die Schokolade neben Dir alle. Du hast ein anstrengendes Projekt abgeschlossen und dafür gibt’s jetzt Schwarzwälder Kirsch mit extra Schlagsahne. Der Fernsehkrimi ist langweilig, aber wenigstens schmecken die Chips …

Das sind Beispiele für emotionales Essen. Wir haben ja eigentlich keinen Hunger. Und trotzdem essen wir. Aus Wut, Frust, Einsamkeit, Trauer, Stress oder anderen Gründen. Denn unser Hirn signalisiert uns, was wir in diesen Momenten brauchen, jedenfalls lässt es uns das glauben …

Wieso müssen wir essen?

Unser Körper braucht täglich verschiedene Nährstoffe, die wir ihm durch Aufnahme von Nahrungsmitteln zuführen müssen, um gesund und fit zu bleiben.

Essen ist Treibstoff für Muskeln, Nerven und das Gehirn. Die wichtigste Energiequelle hierfür sind Kohlenhydrate (Stärke und Zucker). Fette sind ebenso ein wichtiger Lieferant für unsere Energie und unverzichtbar, denn sie bilden das Material, aus dem die elastischen Hüllen der Zellen bestehen. Wie aus einem Baukasten bedient sich unser Körper an Eiweiß. Damit setzt es Haut, Haare, Hormone, Immunzellen und Muskeln zusammen. Natürlich brauchen wir auch Vitamine und Mineralstoffe, die lebensnotwenig für unseren Körper sind. Da wir sie nicht selbst herstellen können, müssen wir sie über die Nahrung aufnehmen.

Was ist emotionales Essen?

Emotionales Essen bedeutet für jeden von uns etwas anderes, da wir uns von unseren Emotionen und Gefühlen zum Essen verleiten lassen. Generell kann man jedoch sagen, dass emotionales Essen stattfindet, wenn wir essen, aber keinen Hunger haben. In solchen Situationen nehmen wir meist Nahrung zu uns, um uns danach besser zu fühlen. Essen, z.B. ein Stück Schokolade, macht uns in diesem Moment glücklich, denn das „Glückshormon“ Dopamin wird dadurch von unserem Gehirn ausgeschüttet.

Emotionaler und körperlicher Hunger

Wie erkennen wir nun, um welche Art Hunger es sich handelt? Ob wir also wirklich Nahrung brauchen oder ob der „Hunger“, den wir spüren, eigentlich für etwas anderes steht? Das ist manchmal gar nicht so leicht.

Körperlicher (physischer) Hunger bahnt sich langsam an und macht sich meist durch Magenleere bemerkbar. Du kannst ihn eine Weile ertragen, bis Du ihn befrieden musst. Der Hunger richtet sich nicht auf etwas Spezielles. Nachdem Du Deinen körperlichen Hunger gestillt hast, verspürst Du eine Sättigung.

Emotionaler Hunger will sofort und mit einem bestimmten Lebensmittel gestillt werden. Er kommt plötzlich und bahnt sich nicht langsam an. Ebenso empfindest Du hinterher kein Sättigungsgefühl, da sich emotionaler Hunger nicht durch Essen stillen lässt.

Gründe für emotionales Essen

Es gibt verschiedene Gründe für emotionales Essen, z. B.:

  • aus Langeweile bzw. Aufregung
  • zur Belohnung bzw. Bestechung
  • aus Liebe und Verbundenheit
  • um unseren Frust und unseren Ärger zu verarbeiten
  • weil wir Stress haben
  • weil wir darin Trost suchen
  • um uns abzulenken
  • zur Beruhigung
  • aus Gewohnheit
  • um uns gut und sicher zu fühlen

Essen aus Langeweile bzw. Aufregung:
Langeweile und auch Aufregung gehören zu den weitverbreitetsten Auslösern für emotionales Essen. Manche von uns haben das Gefühl, immer etwas tun zu müssen. Das Essen ist dann ein Lückenfüller, bis die nächste Besprechung anfängt oder der Werbeblock im Fernsehen vorbei ist.

Wenn wir uns aufregen, wissen wir uns manchmal nicht anders in den Griff zu kriegen, als herzhaft in etwas hineinzubeißen.

Essen als Belohnung oder Bestechung:
Wir kennen es alle aus unserer Kindheit: jeder von uns wurde schon mal mit etwas Süßem belohnt, z. B. für gutes Benehmen. Manche von uns wurden vielleicht auch sogar mit einem Schokoriegel bestochen, damit wir uns gut benehmen.

Wofür belohnen wir Erwachsene uns? Als Motivation für unbeliebte Aufgaben, z. B. um sich endlich an die ach so geliebte Steuererklärung zu setzen, oder auch als Belohnung für gemeisterte Projekte. Häufig ist uns dieses Verhalten schon so zur Gewohnheit geworden, dass wir es gar nicht mehr bemerken. Achte mal drauf, vielleicht ertappst Du Dich ja dabei.

Essen aus Liebe und Verbundenheit:
Hast Du nicht auch schon mal etwas gegessen aus Verbundenheit zu einer Gruppe (z.B. Freunde oder Familie), obwohl Du gar kein Hunger hattest? Manchmal zeigen Eltern auch ihre Liebe, indem sie dafür sorgen, dass reichlich Essen da ist. So drücken sie ihre Liebe aus, weil sie sie vielleicht auf einem anderen emotionalen Weg nicht zeigen können.

Essen aus Frust, Ärger, Angst:
Bei starken Emotionen greifen wir oft zum Essen, denn wir haben häufig nicht gelernt, mit unseren Gefühlen umzugehen. Ist Dir z. B. aufgefallen, dass Du heftiger kaust und stärker beißt, wenn Du Dich ärgerst? Damit willst Du den Gefühlsstau in Deinem Inneren lösen.

Essen zur Stressbewältigung:
Bei Stress wird durch bestimmte biologische Mechanismen das Hungergefühl eigentlich ausgeschaltet. Denn Stress führt zu einer Adrenalinausschüttung, für diese unserem Körper Energie entzogen wird. Unser Blutzuckerspiegel erhöht sich und unser Verdauungsprozess verlangsamt sich. Dieser Prozess unseres Körpers unterdrückt den Hunger und verstärkt unser Sättigungsgefühl. Und doch greifen wir oft zu Nahrungsmitteln, um zu versuchen, mit diesem Gefühl umzugehen – Nahrung als Anti-Stress-Pille.

Umgang mit emotionalem Essen

Die Gründe für emotionales Essen sind nun klar: damit wir uns nicht mit unseren eigentlichen Gefühlen und Bedürfnissen beschäftigen. Wir wollen sie loswerden, weil sie schmerzen, unangenehm und lästig sind. Was also tun, wenn man sich z. B. wieder mal maßlos ärgert oder es einem gerade nicht gut geht?

Hier ein paar Tipps:

  • Setze Dich ruhig hin und spüre Deine Gefühle
  • Stelle Dir folgende Fragen:
    Was fühle ich?
    Was brauche ich?
  • Rufe eine/n Freund/in an uns spreche mit ihm/ihr über Deine Gefühle
  • Schreibe Deine Gefühle auf
  • Erlaube Dir auch mal zu weinen
  • Atme tief ein und aus und spüre wie die Intensität langsam nachlässt
  • Du kannst Dich auch ablenken, indem Du z.B. ein Buch liest, welches Du eigentlich schon längst lesen wolltest, schau Dir einen Film an, räume Deinen Kleiderschrank auf, tanze auf Deine Lieblingsmusik oder mache Sport

Ein Beispiel:
Du hast ein Projekt fertig zu stellen und musst dafür länger arbeiten. Nach einer Zeit bist Du müde, Du hast das Gefühl, Dein Hirn arbeitet nicht mehr richtig. Du gehst zum Kühlschrank und isst etwas, z.B. Eis. Du kompensierst also Deine Gefühle, indem Du etwas isst, Hunger hat Du aber keinen. Dabei brauchst Du einfach eine Pause in Form von Schlaf. Ein Weg, diesen Kreislauf zu unterbrechen, wäre folgender: Du erkennst, dass Du müde bist und gönnst Dir die Pause, die Du brauchst. Wenn Dich der Gedanke an Eis nicht loslässt, sage Dir, dass Du das Eis morgen essen wirst, weil Du es im wachen Zustand auch besser genießen wirst. Am nächsten Tag hast Du allerdings keine Lust mehr das Eis zu essen. Denn Dein biologisches Bedürfnis nach Schlaf wurde befriedigt.

Wichtig ist:

Jeder hat das Recht auf Erfüllung der eigenen Bedürfnisse!

Dazu gehören das Ausdrücken von Gefühlen, das Bedürfnis, gehört, akzeptiert und verstanden zu werden, Ruhe, Trost und Wärme, Sinnesfreuden oder kreative bzw. intellektuelle Anregung.

Du hast, wie jeder andere auch, ebenfalls das Recht, Deine Bedürfnisse auszudrücken. Da Du am besten weißt, welche das in welchen Momenten sind, hast Du auch die Pflicht dafür zu sorgen, dass sie erfüllt werden. Mit anderen Worten, sorge gut für Dich!

Hier ein paar Anregungen:

  • Atme bewusst tief ein und aus (Atemübungen findest Du in der livinflow-App)
  • Meditiere (Meditationsübungen findest Du in der livinflow-App)
  • Höre entspannte Musik
  • Gehe in Therme, zur Massage oder in die Sauna
  • Mach Dir Kerzen an und nimm ein Bad
  • Mache eine Yogaübung (z. B. in der livinflow-App)
  • Treffe Dich mit Familie bzw. Freunden
  • Kaufe Dir kleine Geschenke
  • Mache einen Spaziergang
  • Stelle Dir frische Blumen in die Wohnung
  • Tue einfach mal wieder das, was Du gerne tust!

 

Wir von livinflow möchten Menschen zu einem gesünderen und glücklicheren Leben verhelfen. Wir sind davon überzeugt, dass unser ganzheitliches Programm der richtige Ansatz dafür ist. In der livinflow-App findest Du Meditationen, Achtsamkeitsübungen und Coachings, um Dich und Deine Bedürfnisse besser kennenzulernen, Ernährungstipps und Sportübungen für jedermann. Finde wieder zu Dir selbst mit livinflow!

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