Fitness fürs Gehirn

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Geistig fit bis ins hohe Alter – wer möchte das nicht? Doch genau wie der Körper braucht auch das Gehirn entsprechende Reize, um leistungsfähig zu bleiben. Wir erklären Dir warum und zeigen Dir einige Übungen, wie Du Deinem Gehirn etwas Gutes gönnen kannst. Nebeneffekt Spaß ist erwünscht!

Studien haben gezeigt, dass man den altersbedingten Abbau der Gehirnleistung abmindern kann. Eine entsprechende Förderung durch Bewegung und kognitive Aufgaben sowie eine gute Zellversorgung können wesentlich zur Gesunderhaltung des Gehirns beitragen. Dies zeigen auch wissenschaftliche Erkenntnisse, die bestätigen, dass die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, dadurch reduziert wird.

Warum Gehirn-Fitness mit Bewegung?

Laut aktueller Gehirnforschung können wir lebenslang neue Gehirnnervenzellen und Verknüpfungen bilden. Die so erworbenen neuen Nervenbahnen lassen sich sogar leichter erregen und nehmen schneller Kontakt mit anderen Nervenzellen auf als die alten!

Bewegung hilft dem Gedächtnis: Schon ein Spaziergang mit normalem Tempo sorgt für eine Durchblutungssteigerung des Gehirns um 14%. Dies wirkt sich positiv auf die Gedächtnisleistung aus. Wie beruhigend! Es muss also kein hochdosiertes intensives Training sein. Selbst nur an die Bewegung zu denken führt zu einer gesteigerten Aktivität der entsprechenden Hirnregion, am besten ist es aber natürlich, sich tatsächlich zu bewegen. Aktivitäten, die zusätzlich noch das Gehirn anregen, sind z.B. Tanzen, Aerobic, Klettern oder auch Jonglieren.

Was sind die Vorteile von einem Gehirn-Fitness-Training mit Bewegung:

  • Durch ein solches Training nimmst Du Einfluss auf das Nervennetzwerk – so bleibst Du lebenslang flexibel und lernfähig.
  • Die Integration der linken (Sprache, Zahlen) und der rechten Gehirnhälfte (Bewegung) fördert und erleichtert die Koordination, das Denken und Lernen.
  • Unsere Nervenzellen benötigen Sauerstoff, um wirksam arbeiten zu können. Eine gut funktionierende Durchblutung des Gehirns ist daher sehr wichtig für geistige Fitness. Durch Bewegung aktivierst Du Deinen Kreislauf, optimierst den Blutfluss und damit den Sauerstofftransport zum Gehirn. Zusätzlich wird damit das Blut mit Nährstoffen angereichert, und die Produktion und Ausschüttung zahlreicher Botenstoffe werden angeregt.
  • Wenn Denken und Bewegung gemeinsam durchgeführt werden, erhöht das die geistige Leistungsfähigkeit.
  • Nebeneffekt: Die durch die Bewegung freigesetzten Endorphine verringern Deine Stress-Anfälligkeit.

Gehirn-Fitness: aber wie?

Im Folgenden findest Du einige Übungsideen (angelehnt an die Konzepte von Life Kinetik® und Brain-Gym®). Lasse Dich inspirieren! Falls Du lieber gemeinsam mit anderen übst, suche Dir Gleichgesinnte, denn zusammen macht das Ganze noch mehr Spaß!

Wichtig ist, dass Du Bewegungen ausführst, während zugleich Dein Gehirn gefordert wird. Und hier geht es nicht um Perfektion! Keine der Übungen wird so lange trainiert, bis Du sie perfekt beherrschst und eine Automatisierung eintritt. Denn nur, wenn Du etwas noch nicht kannst, sucht das Gehirn nach neuen Lösungsstrategien. Wenn Du bemerkst, dass Du bei einer Übung Erfolge verbuchen kannst, mache es schwerer! Es geht gerade darum, ständig neue Reize zu setzen – mit Bewegungen, die man nicht kann!

Mit nur 60 Minuten in der Woche wirst Du schon Veränderungen erkennen. Laut Empfehlungen ist es sogar egal, wie man die Zeit aufteilt, ob in mehreren kleinen Einheiten oder 60 Minuten am Stück. Gönne Dir aber bei längeren Übungszeiten immer wieder kleine Pausen oder falls Du das Training auf mehrere Tage verteilst, Pausentage. Viele Übungen eignen sich für zwischendurch – zum Beispiel für eine 10-Minuten-Pause am Arbeitsplatz. Oder auch als Beschäftigung im Garten mit den Kindern bzw. Enkelkindern. Gehe es einfach gelassen an und nimm Dir nicht zu viel vor. Während der einzelnen Übungen ist es auch unwichtig, wie lange Du dafür brauchst. Hauptsache, Du hast Spaß!

Übungen Fitness fürs Gehirn

Beispiele für Alltagsübungen

Schon im Alltag kannst Du Dein Gehirn regelmäßig herausfordern, indem Du:

  • Die Maus mal mit der anderen Hand führst.
  • Als Rechtshänder Alltagsaktivitäten mal mit links machst (Abwaschen, Schminken, Zähne putzen …).
  • Auf eine andere Art und Weise zur Arbeit gehst (zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln) oder immer wieder eine andere Strecke nimmst.

Eine weitere schöne Übung ist das Finger-Spiel: Führe bei Deiner linken Hand zunächst den kleinen Finger und den Daumen zusammen, dann den Ringfinger mit dem Daumen, den Mittelfinger mit dem Daumen und so weiter… und dann wieder das Gleiche rückwärts. Mit Deiner rechten Hand machst Du es fast genauso, beginnst jedoch mit dem Zeigefinger, danach der Mittelfinger etc. Beide Hände sollten gleichzeitig und im gleichen Rhythmus arbeiten.

Ergänzung: Sobald Dir die Fingerübung gut gelingt, kommt noch eine Beinbewegung dazu. Immer wenn sich der Daumen und Zeigefinger der rechten Hand berühren, hebe das linke Knie an. Berühren sich Daumen und Zeigefinger links, dann hebe das rechte Bein.

Beispiele für weitere Übungen

Schwungvoll mit Tuch und Ball:
Hierfür benötigst Du ein Tuch und einen Ball, der gut springt: Kreise mit einer Hand das Tuch in einer kontinuierlichen Bewegung vor Deinem Körper. Mit der anderen Hand prellst Du Deinen Ball. Dabei sollte die Schwungbahn Deines Tuches harmonisch weiterlaufen.

Damit das Kommando für das Prellen für Dich unerwartet kommt, suche Dir entweder einen Übungspartner oder sprich Dir mehrfach in ungleichmäßigem Abstand ein Kommando wie z.B. „Jetzt“ auf Dein Handy-Diktiergerät und spiele die Aufnahme während Deiner Übungszeit ab.

Wenn Du die Übung steigern möchtest, sprich Dir unterschiedliche Kommandos auf. Vielleicht benutzt Du dafür Städtenamen wie Wien, Hamburg, Berlin… Lege dann für Dich fest, dass Du nur bei einer bestimmten Stadt den Ball prellen darfst.

Bei einer anderen Stadt musst Du ihn beispielsweise werfen und wieder fangen.

Die gleiche Übung bitte auch mit jeweils der anderen Hand ausführen.

Bewege Dich fit:
Für diese Übung brauchst Du keine Hilfsmittel, nur Deinen Körper und etwas Platz.

Übe zunächst die Bewegung mit der zugehörigen Zahl ein. Dann schreibe Dir wahllos mehrfach die Ziffern 1-4 auf ein Blatt oder lasse sie Dir von einem Partner zurufen. Auch die Variante mit dem Handy-Diktiergerät kannst Du nutzen.

1 = rechten Arm nach vorne strecken, (+ rechtes Bein nach vorne anheben)
2 = linken Arm zur Seite heben (+ linkes Bein zur Seite heben)
3 = rechten Arm nach oben strecken (+ linkes Knie anheben)
4 = linken Arm nach hinten führen (+ rechtes Knie anheben)

Führe die entsprechende Bewegung jeweils aus. Falls es Dir irgendwann sehr leicht fällt, die Aufgabe zu lösen, kannst Du die Bewegung durch eine Beinbewegung ergänzen. Eine weitere Variante ist, die Ziffern durch eine Farbe zu ersetzen.

Gelb entspricht der Ziffer 1.

Grün entspricht der Ziffer 2.

Blau entspricht der Ziffer 3.

Rot entspricht der Ziffer 4.

Du kannst auch mit kleinen Notizzetteln in unterschiedlichen Farben arbeiten, die Du in einer Reihe vor Dir auslegst.

Noch komplizierter wird es, wenn Du z.B. auf einen roten Zettel „GELB“ notierst, auf einen blauen Zettel „GRÜN“ usw. Jetzt kannst Du Dir die Aufgabe stellen, mal nur auf das geschriebene Wort zu reagieren und dann mal nur auf die Zettelfarbe. Auha!

Bald wirst Du merken, dass deine Leistungsfähigkeit steigt. Auch wirst Du stressresistenter, da Du öfter die Fähigkeit entwickelst, richtig zu handeln. Deine Konzentration und Koordination werden sich verbessern und du wirst allgemein weniger Fehler machen. Und das alles durch diese kleinen, schnell umzusetzenden Übungen! Viel Spaß!

Weitere Übungen zur Verbesserung der Konzentration und Koordination findest Du bei livinflow. Unser Nahrungsergänzungsmittel Celligence 7 in 2 kann Dich zusätzlich dabei unterstützen, da es Deine Zellen mit Energie versorgt. Für die Ruhephasen bietet Dir livinflow Meditationen und entspannende ätherische Öle an.

Weiterführende Literatur:
Zadrobilek, Brigitte (2018): Gehirntraining – Durch Bewegung produktiver denken und kreativer arbeiten. 1. Auflage. Haufe, Freiburg.

Lutz, Horst (2012), Life Kinetik® – Gehirntraining durch Bewegung. BLV, München.