Mobbing am Arbeitsplatz

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Mobbing macht krank. Auf Dauer stellen sich physische und psychische Beschwerden ein. Mobbing ist also nicht etwas, das man über sich ergehen lassen sollte. Es ist auch meistens nicht etwas, das man aus eigener Kraft lösen kann. Daher ist die folgende Erkenntnis umso wichtiger: Es gibt immer einen Ausweg!

Was ist Mobbing?

Mobbing findet statt, wenn jemand systematisch über einen längeren Zeitraum schikaniert, drangsaliert, benachteiligt oder ausgegrenzt wird. Mal von einem Kollegen vor allen Leuten kritisiert zu werden ist also noch kein Mobbing.

Zu den typischen Mobbinghandlungen gehören:

  • Gerüchte und falsche Storys zu verbreiten
  • Leistungen falsch zu bewerten oder zu ignorieren
  • Sticheleien und Beleidigungen
  • Wichtige Informationen vorzuenthalten
  • Permanente massive und ungerechte Kritik
  • Ausgrenzung und Isolation
  • Arbeitsentzug.

Laut der Gewerkschaft Verdi sind ca. 1,8 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland von Mobbing betroffen. Dabei unterscheidet man zwischen Mobbing (unter KollegInnen), Bossing (Mobbing vom Vorgesetzten ausgehend) und Staffing (Mobbing der Vorgesetzten von Angestellten). Mobbing und Bossing kommen am häufigsten vor.

Was kann ich tun?

Gehe die oben genannten Punkte durch. Treffen sie auf Dich zu, dann wirst Du gemobbt. Das ist schon mal eine wichtige Erkenntnis.

Die Situation analysieren

Zu Mobbing kommt es dann, wenn sich Konflikte verselbständigt und eine Eigendynamik entwickelt haben. Annahmen über die Situation, die beteiligten Personen und den Gegenstand des Konflikts haben überhandgenommen und entsprechen nicht mehr der Realität.

Steht der ursprüngliche Konflikt noch im Mittelpunkt, ist es nicht zu spät, mit dem Mobbenden ein klärendes Gespräch zu führen. Oft handelt es sich ja einfach um Missverständnisse. Dabei ist es essenziell, die Sichtweise des anderen zu verstehen und der Person keine Vorwürfe zu machen. Es geht darum, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Grenzen setzen

Du kannst andere Menschen nicht ändern, sehr wohl aber Dein Verhalten. Beobachte Dich selbst und analysiere, wie Du in welcher Situation reagierst. Hast Du Deine Muster gefunden, nimm Dir vor, einfach mal anders zu reagieren. Das erfordert Übung und wird wahrscheinlich auch nicht gleich klappen. Verurteile Dich nicht dafür und versuche es einfach weiterhin.

Die effektivste Verhaltensänderung ist in den meisten Fällen, Grenzen zu setzen, also: einfach mal Nein zu sagen, Selbstbewusstsein auszustrahlen und dem Mobbenden auch so zu begegnen. Sich nicht beirren zu lassen und ihm im Gegenzug klipp und klar zu sagen, dass Du Dich an höhere Instanzen wenden wirst, wenn die Person ihr Verhalten Dir gegenüber nicht ändern wird. Wie Du Dein Selbstvertrauen aufbauen kannst, erklären wir Dir weiter unten.

Auch diese Schritte sollten so früh wie möglich gemacht werden. Doch was tun, wenn auch das nicht mehr hilft?

Unterstützung finden

Wichtig ist zu erkennen, dass man meistens nicht aus eigener Kraft heraus diesen Konflikt lösen kann. Schon gar nicht, wenn ein Vorgesetzter oder eine Vorgesetzte zu den Aggressoren gehört. Unterstützung ist daher das A und O.

Rede mit Menschen, die Dir nahestehen, zum Beispiel Freunde oder Familienmitglieder, über Deine Situation. Wenn Du mit jemandem über das Erlebte sprechen kannst, kannst Du es auch leichter verarbeiten. Außerdem werden Dir der Rückhalt und die Unterstützung guttun. Dein Weltbild wird wieder geradegerückt und Du erfährst, dass Du als Mensch ok bist, so wie Du bist.

Mobbing

 

Innerhalb der Firma:

  • Sprich mit Deinem Vorgesetzten über die Situation. Besteht der Konflikt zwischen Dir und einem Kollegen, ist es die Aufgabe des Chefs, eine Lösung zu finden.
  • Stehen die meisten Deiner Kolleginnen und Kollegen auf Deiner Seite, rede mit ihnen. Teile ihnen mit, wie Du Dich fühlst. Sie werden dann vielleicht bei neuen Situationen eingreifen, wodurch der Aggressor das Signal erhält, dass sein/ihr Verhalten nicht angebracht ist. Das funktioniert natürlich vor allem bei Mobbing-, nicht bei Bossing-Situationen.
  • Suche Dir auch bei Bossing-Situationen Kolleginnen und Kollegen, die nicht am Konflikt beteiligt sind, und sprich mit ihnen. So bekommst Du Tipps und Unterstützung. Auch gibt es auf die Art Außenstehende, die ebenfalls wissen, was vor sich geht.
  • Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten Deines Vorgesetzten kann zudem helfen, die Situation zu klären.
  • In vielen Firmen gibt es Mediatoren oder andere Beauftragte, die für solche Fälle zuständig sind. Kontaktiere sie und schildere ihnen Deinen Fall.
  • Sollte das zu nichts führen, schalte den (Personal- oder) Betriebsrat ein. Der Betriebsrat kann als Vermittler tätig werden und bei bewiesenen Mobbingfällen vom Unternehmen Maßnahmen gegenüber dem Aggressor einfordern.

Außerhalb der Firma:

  • Regionale telefonische Mobbinghilfen bieten Unterstützung, Informationen zur rechtlichen Lage und praktische Tipps. Viele können auch Kontakte zu Selbsthilfegruppen vermitteln.
  • Gewerkschaften bieten ebenfalls Hilfe bei Mobbing an.
  • Mobbing greift Dein Selbstbewusstsein und Dein Selbstwertgefühl aggressiv an. Diese Angriffe von außen und auch von innen (Selbstzweifel) können zu Depressionen führen. Selbstfürsorge ist daher angesagt. Ob bei psychologischen Beratungsstellen, einem Psychotherapeuten oder Coach.
  • Ablenkung spielt ebenfalls eine große Rolle. Zu oft kreisen Deine Gedanken nur noch um die Situation auf der Arbeit und alles andere, alles Schöne, wird vergessen. Triff Dich so oft es geht mit Freunden, auch wenn Dir vielleicht nicht danach ist. Sport, Coaching-Übungen und Meditationen können auch helfen. All das bietet Dir z.B. das livinflow-Programm.

Schriftliche Beweise

Es gilt, schriftlich so viel wie möglich in der Hand zu haben. Versuche daher zu erreichen, dass die Kommunikation so oft wie möglich über E-Mails läuft. Die solltest Du irgendwo abspeichern. Was häufig auch rechtlich anerkannt wird, ist ein Mobbing-Tagebuch. Darin notierst Du mit Datum alles, was vorfällt. Du kannst vielleicht die einzelnen Vorfälle nicht beweisen, aber ein wochen- oder monatelang geführtes Tagebuch erhöht Deine Glaubwürdigkeit erheblich.

Sich krankschreiben lassen

Wichtig ist es, Distanz zwischen Dir und der mobbenden Person zu wahren. Denn jegliches Zusammentreffen verursacht mehr Stress und setzt Deiner Gesundheit zusätzlich zu. Deine oberste Pflicht ist es, für Dich und Deine Gesundheit zu sorgen. Das ist wichtiger als daran zu denken, was ohne Dich auf der Arbeit alles nicht funktionieren würde. Habe also keine Skrupel davor, Dich länger krankschreiben zu lassen. Es geht um Deine Gesundheit!

Sich rechtlich beraten lassen

Informationen verschaffen Sicherheit. Daher solltest Du Dich unbedingt vom Betriebsrat, der Gewerkschaft oder einem Anwalt beraten lassen. Erst recht, wenn es zu einer Abmahnung oder Kündigung kommen sollte.

Jobwechsel

Oft ist es sinnvoll, sich schon früh auf andere Stellen zu bewerben, weil man desto mehr an Kraft verliert, je länger der Konflikt anhält. Die Entscheidung, wirklich den Job zu wechseln, kann man nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch immer noch treffen. Sollte die Situation so schlimm werden, dass es wirklich nicht mehr geht, hat man bis dahin so vielleicht schon ein Jobangebot, auf das man zurückgreifen kann.

Ein neuer Job ist immer ein Neuanfang und viele Betroffene warten zu lange, bevor sie diesen Schritt wirklich machen.

Mobbing

 

Ursachen von Mobbing

Es ist nur natürlich, sich das Gehirn darüber zerbrechen zu wollen, wie es überhaupt zu einer solchen Situation kommen konnte. Diesen Abschnitt über die Ursachen von Mobbing bringen wir absichtlich zum Schluss, weil es oft etwas Abstand braucht, um die eigentlichen Ursachen zu entdecken. Häufig gelingt dies erst, wenn man sich aus den Fängen der Mobbingsituation befreit hat.

Aggressor

Faktoren wie Stress, Angst vor Versagen bzw. Überforderung führt bei manchen Leuten zu Aggressionen gegenüber anderen. Menschen, die mobben, haben oft nicht gelernt, Verantwortung für ihr eigenes Tun zu übernehmen und machen andere für ihr (oft subjektives) Versagen verantwortlich. Neid spielt daher auch eine große Rolle. Wenn sie also mobben, so Dr. Mary Lamia, dann, um ihre eigenen Unzulänglichkeiten auf andere zu projizieren. Dass sie das tun, ist ihnen allerdings nicht bewusst. Indem sie andere kleinmachen, können sie nicht nur ihre Unzulänglichkeitsgefühle verdrängen, sie erfahren dadurch auch ein Gefühl der Macht und Kontrolle. Fehlverhalten des Gemobbten werden nicht als Reaktion auf ihr eigenes Tun gesehen, sondern rechtfertigt in deren Augen nur ihr eigenes Verhalten.

Was lernen wir daraus: Man kann einen solchen Konflikt nicht lösen, indem man davon ausgeht, dass der Aggressor sich über sein eigenes Verhalten im Klaren und sich seiner Unzulänglichkeitsgefühle bewusst ist. Rationales Argumentieren hilft nicht.

Gefährdete Personengruppen

Mobbing kann jeden treffen. Dennoch geht Mobbing in über der Hälfte aller Fälle von Vorgesetzten aus oder sie sind daran beteiligt. Meist sind Gemobbte Frauen oder junge Beschäftigte. Ein bestimmtes Pattern lässt sich überdies oft feststellen.

Gemobbt werden häufig Menschen, die:

  • gut in ihrem Job sind. Beim Aggressor kommen Minderwertigkeitsgefühle auf und diese Menschen werden als eine Bedrohung angesehen.
  • von anderen sehr geschätzt und gemocht werden. Der Aggressor sieht seinen eigenen sozialen Status bedroht.
  • empathisch und hilfsbereit sind. Solche Menschen sind Teamplayer. Und Aggressoren möchten kein Team, sondern selbst alle Stricke in der Hand behalten.
  • verletzlich und unsicher sind. Aggressoren trauen sich oft nicht an Personen mit einem großen Selbstbewusstsein heran. Umso wichtiger ist es also, am eigenen Selbstbewusstsein zu arbeiten.

Die Firmenpolitik

Die Hauptursache für Mobbing haben wir aber noch nicht genannt: die Firmenpolitik. Laut einer Studie des Workplace Bullying Institute aus dem Jahr 2012 gaben 56% der Mobbing-Opfer firmenstrukturelle Gründe für die Entstehung von Mobbingsituationen an.

Kommt es zu einer Mobbingsituation, die intern nicht gelöst werden kann, ist das ein Zeichen für eine schlechte Unternehmenskultur. Die Strukturen zur Konfliktlösung funktionieren nicht oder sind nicht einmal vorhanden. Strukturen, die Konflikte fördern, aber sehr wohl, z. B.:

  • unklare Aufgaben- und Rollenverteilung
  • Überlastung von Arbeitnehmern
  • eine Politik, die Konkurrenzdenken zwischen den Angestellten fördert
  • unsoziales Verhalten, das belohnt wird
  • keine klare Anti-Mobbing-Politik, die von Vorgesetzten unterstützt und durchgesetzt wird.

Wird man gemobbt, ist es also wichtig, sofort aktiv zu werden, Grenzen zu setzen und sein Selbstbewusstsein zu stärken. Dazu gehört auch, dass man regelmäßig abschaltet, um die Batterien neu aufzuladen. All das kannst Du mit livinflow. Bei livinflow findest Du sportliche Aktivitäten und Achtsamkeitsübungen, die Dich aus Deinem Gedankenkarussell herausholen. Unsere Rezepte halten Dich dabei fit und gesund. Unsere Coachings und Meditationen unterstützen Dich dabei, Dein Selbstbewusstsein aufzubauen. Unsere hochwertige ätherische Öle helfen Dir beim Entspannen und Revitalisieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

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