Wie Langsamkeit Dein Leben verändert

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Entschleunigung

Was hast Du vor 2 Sekunden noch gemacht? Mit Deinem Gegenüber gesprochen und gleichzeitig WhatsApps gecheckt? Was machst Du gerade in diesem Moment? Den Artikel lesen, Kaffee trinken und mit halbem Auge auf den Fernsehbildschirm schauen? Wie sieht Dein Frühstück bei Dir aus? Auto fahren und in ein Brötchen beißen? Birchermüsli essen und gucken, was in Deinen sozialen Netzwerken alles über Nacht los war?

„Dein Haustier ist glücklicher als Du“

Es ist kein großes Geheimnis, dass die Welt in den letzten Jahren noch rasanter geworden ist. Und das neben unseren 60.000 bis 80.000 Gedanken am Tag, die wir sowieso schon haben, ohne im Minutentakt durch unsere mobilen Endgeräte wieder in zig andere Gedanken hineingerissen zu werden. Dazu kommen noch Tausende Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen: ob es darum geht, was wir anziehen, es der Umgang mit dem schwierigen Kollegen heute ist oder die Frage, welche Tütensuppe im Supermarkt am leckersten aussieht.

Der Wettbewerb und Vergleich findet längst nicht nur in der Wirtschaft statt, sondern auch außerhalb, fern des Büros, in unserem alltäglichen Leben. Es wird immer und überall verglichen und generell geht es immer noch schneller und noch besser. Ob man nun an Instagram-Fotos denkt oder den Massenandrang am Mount Everest, man tritt heutzutage nicht mehr in Konkurrenz mit den 2 Dutzend Leuten, denen man regelmäßig begegnet, sondern mit der ganzen Welt.

Unser Unterbewusstsein verarbeitet pro Sekunde etwa 11 Millionen Bits an Informationen – unser klares Bewusstsein schafft pro Sekunde hingegen lediglich 8 Bits davon. Nichtsdestotrotz prasselt diese Informationsflut ununterbrochen auf Dich ein. Leben im Hier und Jetzt? Fehlanzeige.

Wie die Komikerin und MBCT-Therapeutin Ruby Wax zu sagen pflegt: Dein Haustier ist glücklicher als Du. Denn es isst, wenn es isst, wäscht sich, wenn es sich wäscht, und schläft, wenn es schläft. Was einst ein guter Schutzmechanismus für den Menschen war: Stress, Cortisol- und Adrenalinausschüttung usw., um auf Gefahren reagieren zu können, ist heutzutage selbst zur Bedrohung geworden. Es gibt keine Säbelzahntiger mehr, dafür aber das Finanzamt und den Abteilungschef. Vor diesen kann man aber (bzw. sollte man) nicht physisch wegrennen, damit man wieder ein Sicherheitsgefühl bekommt und der Körper den Stress loswird. Und das ist das Problem: Stress sammelt sich im Körper an, bis man irgendwann gar nicht mehr kann.

Entdecke die Langsamkeit

Uns allen ist theoretisch bewusst, dass unsere Alltagsroutine uns nicht guttut. Wir sind aber oft so in unserer Routine und Bequemlichkeit drin, dass wir das zwar irgendwie wissen, aber immer wieder verdrängen.

Checkliste:
Diese Checkliste hilft Dir dabei, besser für Dich einzuschätzen, ob es an der Zeit ist, wirklich etwas zu ändern:

  • Du hast Schwierigkeiten beim Einschlafen, schläfst generell unruhig, schlecht und nicht durch oder fühlst Dich am Morgen völlig unausgeruht.
  • Du hast Kopfschmerzen, die Muskeln an Deinem Nacken fühlen sich hart an und im Allgemeinen zwickt es sowieso andauernd überall im Rücken, weil sich die Anspannungen in Deinem Körper gesammelt haben.
  • Du grübelst und die Gedanken in Deinem Kopf verdichten sich allmählich zu immer dunkler werdenden Wolken.
  • Du fühlst Dich aufgewühlt und permanent unter Strom und Druck gesetzt. Du bist überreizt, vor allem abends, wenn Du doch zur Ruhe kommen solltest.
  • Deine sozialen Kontakte nehmen ab und/oder verschlechtern sich.

Wenn Du einen oder mehrere Punkte mit Ja beantwortest, ist das ein Anzeichen dafür, dass es an der Zeit ist, Dich zu entschleunigen.

Folgende Vorteile sprechen ebenfalls für sich:

6 Vorteile von Langsamkeit:

  1. Schnelllebigkeit und Leistungsorientiertheit führen aufgrund des permanenten Druckgefühls zu Stress und Verspannungen. Sie können uns den Schlaf rauben, uns ganz schön zermürben und sogar krank machen, wie z.B. folgende Studie der Techniker Krankenkasse belegt. Genau hier setzen auch wir von livinflow an, indem wir ein ganzheitliches Programm für besseren Schlaf und und eines für einen gesunderen Rücken entwickelt haben. Denn Langsamkeit heißt gesünderes Leben und daher mehr Lebensqualität, da es entschleunigt und uns dabei hilft, eine positivere Grundhaltung einzunehmen.
  2. Langsamkeit bedeutet, weniger „Fehler“ zu machen. Der Fokus ist klar, wir haben unsere Prioritäten erkannt und gesetzt, haben unser Ziel klar vor Augen und kommen dadurch meist über weniger Umwege dorthin. Wir sparen somit Zeit!
  3. Hektische oder gleichzeitige Bewältigung Deiner Tätigkeiten führt dazu, dass Du den gegenwärtigen Moment vernachlässigst oder gar verpasst. Bewussteres Leben hingegen gibt mehr Raum für Sinneseindrücke, bzw. gibt uns den nötigen Freiraum, um unsere Gedanken auf schönen Dinge zu lenken, wie die Zeit mit Freunden und Familie, den angenehmen Duft des Kaffees, den lauwarmen Wind auf der Haut.
  4. Gleichzeitig hilft Dir Langsamkeit auch, Dich ebenfalls mit eher weniger schönen Emotionen auseinanderzusetzen, indem Du sie bewusst zulässt. Dies hilft Dir bei deren Bewältigung und Verarbeitung anstatt sie zu unterdrücken. Mediationen und Achtsamkeitsübungen (wie z.B. die im livinflow-Programm) können Dir hier eine wertvolle Stütze sein, denn sie geben Dir eine zielgerichtete Anleitung.
  5. Menschen spüren, wenn wir gedanklich nicht anwesend sind. Mitmenschen erfahren mehr Wertschätzung, wenn Du ihnen nicht nur Deine physische Präsenz schenkst, sondern Dich ihnen mit all Deinen Sinnen widmest. Ja, es ist heutzutage normal, eine Unterhaltung zu unterbrechen, um WhatsApps zu beantworten, das zeigt dem Gegenüber aber, dass Dir Nachrichten von anderen Menschen gerade wichtiger sind als er. Langsamkeit verbessert also auch Deine zwischenmenschlichen Beziehungen.
  6. Langsamkeit bedeutet, dass Du lernst, Deine Aufmerksamkeit auf eine Tätigkeit für eine längere Zeitspanne zu widmen. Das macht Dich letzten Endes ebenfalls produktiver und führt Dich besser und schneller ans Ziel als Hektik.

Das Paradoxe ist also, dass Du, indem Du Langsamkeit lebst, schneller und mehr zustande bringen wirst als der Durchschnitt.

Tipps für eine neue Langsamkeit

Was nun? Dein ganzes Leben auf den Kopf stellen? Beginne doch einfach mit folgenden einfachen Punkten:

  • Schau mal einen Film von Anfang bis Ende ohne das Handy anzurühren, ohne Toilettenpause (wenn’s geht) oder Wortwechsel mit Deinem Partner. Genieße es, einfach mal wieder „im Flow“ zu sein. (Siehe dazu auch unseren Artikel über Flow.)
  • Gönne Dir mal wieder eine Stunde, in der Du EINE Sache machst, z.B. ein Buch liest, ein Puzzle legst oder im Schuppen handwerkelst.
  • Lass Geschirr mal Geschirr sein und Wäsche Wäsche.
  • Lass Dich nicht von Freunden unter Druck setzen: Wenn Du nicht auf eine Party gehen möchtest, weil Du mal eine Pause brauchst, dann sage das so.

Wenn Du merkst, wie Dir das tut, mache weiter mit den folgenden:

  • Prioritäten setzen ist das A und O! Wenn wir wissen, was unsere Prioritäten sind, versuchen wir nicht mehr, alle Vorhaben gleichzeitig zu erledigen. Frage Dich immer: welche Auswirkungen hat es wirklich, wenn ich XY aufschiebe bzw. nicht erledige? Kann ich es auch anders, langsamer tun, ohne dass meine Mitmenschen und v.a. ich mich dafür verurteile?
  • Die Vogelperspektive hilft dabei oft: Schaue Dir die Situation so an, als würdest Du Dich bei der Handlung bzw. den Gedanken die Du hast, von oben beobachten. Dies hilft Dir, emotionalen Abstand zu gewinnen. Schaue Dir dabei besonders an, welche Erwartungen andere von Dir haben und ob Du sie wirklich erfüllen möchtest.
  • Treibe Sport. Sport gibt Dir die Möglichkeit, Deinen Körper zu spüren. Sobald Du dies tust, lenkst Du Deinen Fokus bereits von der Außenwelt nach innen, und darum geht es vorrangig: achtsames Vorgehen und Durchführen und bewusstes Spüren. Wer sich noch tiefer auf Entspannung und Langsamkeit einlassen kann, wird mit Sportarten wie Yoga, Tai Chi oder Qigong glücklich.
  • Meditationen unterstützen Dich dabei, ein Bewusstsein für das Gefühl der Langsamkeit zu entwickeln und diese dann Stück für Stück weiter tatsächlich in Deinen Alltag zu integrieren.
  • Schaffe Dir Rituale, die Dich daran erinnern, dass Du Dein Leben bewusster gestalten möchtest, z.B. die Tasse Tee in der Mittagspause, oder eine Minute lang vor jedem Meeting den Atem bewusst wahrzunehmen.
  • Die richtige Atemtechnik ist wichtig. So wie wir atmen leben wir auch. Atme immer mal wieder tief durch: Vier Sekunden tief durch die Nase ein, eine Sekunde halten, wieder vier Sekunden durch den Mund aus, verweile daraufhin für wenige Sekunden. In Gedanken kannst Du beim Ausatmen gern auch vorstellen, wie Du alle Anspannung und Emotionen loslässt.

Merkst Du auch hier, wie gut das tut? Genau darum geht’s! Beobachte, was Du tust, nimm Abstand und passe so auf Dich auf.

Das Konzept von livinflow ist genau aus den Herausforderungen unserer stressigen Zeit entstanden. Uns ist auch wichtig zu zeigen, dass man für ein gesundes, lebensfrohes Leben auch moderne Technologien nutzen kann. Unsere App-Programme wurden aus dieser Haltung heraus entwickelt. Sie kombinieren Achtsamkeitsübungen, gesunde Ernährung, effektive Sportübungen und Übungen zur persönlichen Weiterentwicklung. Erfahre hier mehr.

Videotipp (OmU): Ruby Wax: Was ist so lustig an psychischen Erkrankungen?

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